Bregenz-Königssee-Salzburg

Radtour Bregenz-Königssee-Salzburg
31.5. – 10.6.2018

Die gute Vorbereitung ( viel Zeit und Aufwand wurde von Irmgard, Pepito und Fritz in Routenplanung und  Quartierreservierung investiert) und auch gute Wettervorhersagen stimmen uns auf einen weiteren Urlaub auf Rädern ein. Wir sind bei dieser Tour 10 Personen, alle durchwegs zwischen 50 + bis knapp 78, und alle radeln nur mit der eigenen Muskelkraft ohne Unterstützung durch aufladbare Akkus…

Wir reisen in Teilgruppen an, frühzeitig reserviert hatten die OEBB wieder ein gutes Angebot für uns. Die negative Überraschung für uns 4 Teilnehmer, die in Meidling zusteigen wollen, ist:

von den 5 vorhandenen Radplätzen zum Hängen sind bereits 3 trotz unserer Reservierung belegt. Somit sind für unsere 4 Räder relativ (und auch absolut) wenig bis kein Platz. Unsere Urgenzen beim einzigen (!) Schaffner für den gesamten doppelt geführten Zug ergibt folgende Aufklärung:

2 Damen im Zug hatten zwar auch reserviert, aber die Räder im falschen Waggon abgestellt. Die Beiden sahen sich auch außer Stande, dies bei den nächsten Aufenthalten richtigzustellen und angeblich wären sie vom Bahnpersonal auch eingewiesen worden (?).  So bleibt uns nur über, die Räder, die nicht verstaubar sind, seitlich dazuzustellen und den Dank eines jugendlichen Mitreisenden entgegenzunehmen, der zwar zur Abfahrt des Zuges zu spät kam, aber wir hielten durch diese Platzproblematik den Zug lange genug auf, so konnte er mit. Insgesamt ein mühevoller und ärgerlicher Beginn der Reise, ein zweites Ärgernis sollte aber noch folgen. Einem geschicktem Dieb nämlich gelingt es, mir aus der Brieftasche, die in einem Gilet, welches beim Fensterplatz hängt, verwahrt wurde, Scheine zu entfernen, und Schlüssel im Gilet und BankCard in der Brieftasche unversehrt zu belassen. Leider wird dies erst weit nach der Ankunft beim Bezahlen der ersten Rechnung entdeckt. Unbedingte Empfehlung daher die Brieftasche immer und ausnahmslos bei sich am Körper zu tragen, vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln

Bregenz-Hergensweiler 31.5.2018 25 km

Nach dem Ankommen besteigen wir die Räder und besuchen als ersten Punkt das denkmalgeschützte Felix-Wankel-Institut in Lindau ( Mazda Cosmo erster Serienwagen mit Zweischeibenwankelmotor und der NSU Ro 80…) , danach die Altstadt und den einzigen  Leuchtturm in Deutschland und den Löwen (von den Löwen gibt es aber vermutlich in Deutschland mehrere….)

https://www.oldtimer-markt.de/Abseits-der-Wege
https://www.lindau.de/adresse/lindauer-hafeneinfahrt

Kurz vor dem ersten Quartier in Hermesweiler, Westallgäu,  treffen wir auf die restlichen 6 Gruppenmitglieder. Fernes Donnergrollen kündigt sich an, aber wir haben es nicht mehr weit.

 

Hergensweiler – Immenstadt
1.6.2018 61 km , 680 Höhenmeter

Da es im Quartier kein Frühstück gibt, radeln wir ca. 1 km zu einer großen Bäckerei  ( Bäckerei Schwarz) und stärken uns dort. Erstmals kosten wir aus der vielseitigen und sehr guten und ausreichenden Käsevielfalt. Der Weg führt über Eglofstal  und Stiefenhofen nach Oberstaufen. Bald sehen wir den großem Alpsee, an dessen nördlichen Ufer wir den Radweg zum See fahren. Wir nehmen uns dort in der Gruppe 1,5 Stunden Zeit, jeder kann das machen, was er/sie vorhat. Es handelt sich um ein wunderschönes Naturschutzgebiet. Auf uns wirkt der See  offener und nicht so „verschachtelt verbaut“ wie teilweise österreichische Seen. Ein paar stärken sich im Lokal, andere strecken an der Promenade die Füße ins erfrischende Wasser. Wir brechen auf und sind schon ein kleines Stück unterwegs, da meldet sich die Tasche eines Teilnehmers, die auch gerne weiter mitfahren möchte und neben dem Sessel im Lokal stehengeblieben war. Es geht gut, die Sache steht noch dort und wir können beruhigt weiterfahren nach Immenstadt. Fritz hat sich schon auf der Strecke telefonisch um das Abendessen gekümmert und wir genießen Köstlichkeiten in halben Portionen im Hotel Lamm.

https://www.hotel-lamm-immenstadt.de/

Immenstadt -Hohenschwangau
2.6.2018 62 km, 810 Höhenmeter

Über Rettenberg und Kalchwang und Wengen kommen wir mit einer kleinen Kaffeepause zum Rottachsee im Laufe diese Tages auch zum höchsten Punkt unserer Radreise. Weiter nach Oy und Maria Rain (leider ist die Kirche geschlossen) geht es weiter zum Hopfensee und nach Füssen zu einer Jausenpause.

https://www.outdooractive.com/de/kirche/allgaeu/wallfahrtskirche-maria-rain/6061123/

Nach einem Spaziergang durch die Fußgängerzone und eine Jause brechen wir in 2 Gruppen unterschiedlich auf. Die erste Gruppe nimmt die herandräuenden Regenwolken zu Recht ernst und bricht früher auf, wird daher auch das Ziel die Unterkunft in Hohenschwangau genau in dem Moment erreichen, wo der heftige Regen losgeht. Die zweite Gruppe fährt ein wenig später und hat auch nur ein Navigationsgerät, das andere hat sich entschieden, neu zu booten. Der Weg nach Hohenschwangau führt aus Füssen entlang des Schwarzbergs ohne eine einzige Möglichkeit sich unterzustellen bzw. eine Regenpause abzuwarten. Und somit ergibt sich ein zu optimierendes Regenmanagement: im Glauben die kurze Strecke ca. 4 km trocken zu schaffen radeln wir weiter, kein rechtzeitiges Ankleiden des Regengewandes, keine Sicherstellung ,dass das Handy trocken bleibt , etc. Der Regen geht heftig los, wir werden nass und schaffen es halbwegs zur Unterkunft. Das Handy überlebt die Nässe. Mit mehr Gelassenheit und rechtzeitigem Umkleiden hätten wir uns einiges erspart…Abends noch ein kurzer Spaziergang zum See und ein kleines Nachtmahl.

https://www.hohenschwangau.de/schlossblick.0.html

Hohenschwangau -Bad Kohlgrub
3.6.2018 36 km 325 Höhenmeter

Das Frühstück ist diesmal enttäuschend. Unser Fazit: in der Nähe von großen Touristenzentren endet die Frühstücksqualität, der Gast bleibt ja oft nur 1 Nacht….

Nach dem Frühstück nützen wir die Zeit und machen bei einem Radkollegen ein Kartenupdate. Der kleine mitgenommene Laptop leistet gute Unterstützung.

Wir haben Karten für das Schloss vorreserviert und wir besuchen Neuschwanstein nach einem „Aufstieg“ pünktlich mit deutschem Kommentar und einer  Führung um 11 Uhr.

http://www.neuschwanstein.de/

Danach geht es einen relativ schlechten, mit Kiessteinen belegten Waldweg (an einer Stelle wird das Rad getragen!) entlang. Dafür entschädigt aber der Naturpark Ammergau enorm. Hier muss unbedingt angemerkt werden, dass unser ältester Radkollege  ( mit schmalen Reifen und hoher Übersetzung) entlang dieser Strecke sicherlich am meisten kämpfen muss. Chapeau!!

https://www.ammergauer-alpen.de/Naturpark-Ammergauer-Alpen

Die Abfahrt geht dann Richtung Bad Kohlgrub und wir bleiben bei einer sehr netten Jausenstation in Unternogg stehen. Superber Bienenstich, ganz ohne Schmerzen!!

https://www.forsthaus-unternogg.de/

Wir treffen beim Quartier ein und teilen uns für das Abendessen auf. Ein Teil hat genügend Höhenmeter gemacht und bleibt im Ort, der andere besucht eine „Alm“, eigentlich eine Gaststätte am Ortsrand beim Lift.

http://www.guggenberg-alm.de/

 

Bad Kohlgrub – Bad Tölz
4.6.2018 67 km, 400 Höhenmeter

Zuerst folgen wir dem Radweg bergab. Wir kommen zu einer unwetterbedingten Absperrung. Wir nehmen aber an, auf diesem Weg mit dem Rad flexibler zu sein als mit Auto und wagen trotzdem, den Weg zu befahren. Nach ein paar Kilometer treffen wir auf Bagger und Traktor mit Anhänger, die die Spuren der Gewitterverwüstung der letzten Tage beseitigen. Da haben wir Glück gehabt und können dort vorsichtig vorbeifahren. Es sind wieder keine asphaltierten Strassen, aber schöne Walddurchfahrten und eine schöne Gegend (Naturschutzgebiet Murnauer Moos).

https://www.murnau.de/de/murnauer-moos.html

Es gibt einen Halt am Fieberkircherl ( im Link die Info zur traurigen Geschichte dazu) und wir machen eine geplante und geteilte lange Mittagspause in Kochel am See am gleichnamigen See und treffen in Bendiktbeuern wieder zusammen.

http://www.kreuzstein.eu/html/body_ohlstadt.html

Teil der Gruppe testet das Klosterbräustüberl. Ergebnisse sind gut ausgefallen :))

http://klosterwirt.de/index.php/willkommen.html

Es folgt nach Bad Tölz eine echte Schotterpiste ohne jeden Schatten. Wie schon vorher vereinbart, teilen wir uns für die Übernachtung auf, alle haben nicht im gleichen Quartier Platz. Die Wirtin ( 70 +) bietet uns Kalbshaxe, Knödel & Kraut an, finden wir recht nett. Quartier dazu ist schon älter und einfach, aber charmant. Im Zimmer kommt uns eine Markise entgegen und das Waschbecken  befindet sich knapp oberhalb der Kniescheibe. Es folgt noch ein Abendspaziergang zum Italiener ( nein, kein Sprachkurs, Eis war wichtiger) und ungewollt treffen wir noch auf den Bullen Brunnen, bekannt nach der Fernsehfigur Bulle von Tölz (Benno Berghammer). Am Nachmittag bei der Anreise sind wir schon daran vorbeigeradelt….

https://www.dasbullevontoelzmuseum.de/der-bullen-brunnen.html

 

Bad Tölz – Fischbachau
5.6.2018 49 km 870 Höhenmeter

Wir radeln los, überqueren bei Gaißach wieder einmal eine Bahn und durchfahren wieder viel Grün.Nach dem Golfclub Margarethenhof ist es nicht weit zum Tegernsee. Als Rast dient das Café eines Bades, Urlaubsfeeling kommt auf, mehrere Mitglieder der Gruppe gehen zumindest mit den Füßen in das Wasser. Über den zu den bayrischen Voralpen gehörenden Wallenburger Kogel (H 936 m) gelangen wir zum Schliersee, dem wir uns am westlichen Ufer nähern und bis Fischhausen fahren. Für das Mittagessen wählen wir einen echten Italiener aus und danach machen wir uns eine Pause zum Flanieren oder Sitzen am Wasser aus. Ein Teil der Gruppe ( ein Mitglied hat die Nacht vorher entschlackt und fast nicht geschlafen und ist somit auch nicht ganz fit) bricht jedoch früher auf zum Quartier; dadurch kommt eine längere Ruhe- und Erholungspause zusammen, die allen Beteiligten gut tut. Restliche Strecke ca. 50 Minuten bis ins Ziel, wobei der Schlussanstieg an eine Alpenankunft der Tour de France erinnert. Die zweite Gruppe wird vorgewarnt, kommt aber auch gut an. Das Hotel Bergwirt ist neu übernommen worden, die Räder werden im Schankraum und in einer Hütte vor dem Hotel eingesperrt und wir genießen ein gutes Abendessen im Freien.

 

Fischbachau – Aschau im Chiemgau
6.6.2018 54 km 396 Höhenmeter

Hunger ist wieder da, erfreulich. Weil es gestern am Abend steil bergauf ging und wir wieder zum Track zurückmüssen, geht es naturgemäß in der Früh nun bergab, manche sind über die Weste recht froh. Am Weg liegt Bad Felnbach, nach der Querung des Inns gibt es in Altenbeuern eine Ruhepause.Das Quartier Kampenwand fällt uns gleich beim Kreisverkehr auf, da nämlich ein Spanferkel gegrillt wird…und es gibt das mit Abstand beste Frühstück bei dieser Reise bisher…

http://www.gasthof-kampenwand.de/

 

Aschau im Chiemgau – Rückstetten
7.6.2018 70 km 500 Höhenmeter

Das Frühstück in den nächsten Tagen wird wegen geplanter Ausflüge leicht nach vor verlegt und beginnt nun eine halbe Stunde früher um 7:30. Eine Stunde später erfolgt der Aufbruch nach Rückstetten. Der Chiemsee ist in unmittelbarer Nähe, daher gibt eine spontane Gruppenteilung mit Treffen am See, die Zufahrtswege werden unterschiedlich gewählt, ebenso die Rückfahrt, da der Bernau Kurpark als Aussichtspunkt gekennzeichnet wurde und daher auch anzusteuern ist. Leider führt der eine Teil, den die zweite Gruppe nimmt, ein Stück entlang der Autobahn A8 und nimmt zur Gänze den erwarteten Blick auf den See, und eine starke Steigung ist auch noch dabei. In Rückstetten nimmt unsere Gruppe das ganze Haus  Hellinge in Beschlag. Die „Gasthof-Oma” schließt uns ins Herz und plaudert recht nett mit uns. Es beginnt (wir sind aber schon am Ziel) ganz leicht zu regnen, die großen Gewitter bleiben aus.

http://www.landgasthof-helminger.de/

Rückstetten – Schönau am Königssee
8.6.2018 55 km 540 Höhenmeter

Wir freuen uns auf das eigentliche Ziel. Es sollte wieder ein Tag werden, wo das Regengewand eingesetzt wird ( von fast allen) und ein Teilnehmer verlässt uns heute schon Richtung Salzburg. Wieder ein früheres Frühstück, da an dem Tag eine Fahrt auf den Predigtstuhl am Plan ansteht, der ältesten Seilbahn der Welt. Es geht sich oben eine kurze Gipfelrunde  und eine Stärkung aus, der Blick ist grandios. Der Saalachsee zeigt noch braunes, schlammiges Wasser von den vergangenen Unwettern her. Am weiteren Weg beginnt es nun doch noch einmal zu regnen, und wir finden bei einem privaten Wohnhaus kurz entschlossen Unterstand.

Es finden sich wieder 2 Gruppen für die Weiterfahrt, der eine Teil fährt nach dem Regen gleich los, der andere möchte aus Sicherheitsgründen noch zuwarten. Am Weg finden wir eine Umleitung des Radweges, wo die Räder 2 mal über Stufen zu tragen sind, auch nicht schlecht. Erholung gibt es dann für die einen in der Bierwirtschaft, für die anderen bei Kaffee- und Kuchenkränzchen in der Konditorei. Dann ein Problem der Kette des Führenden, die Damen nicht faul  schlagen darauf einen steilen, aber falschen Weg ein um wieder umkehren zu müssen. Aber schließlich treffen wir uns alle wieder im Brandtnerhof in Schönau/Königssee, dort gibt es auch das Abendessen.

https://www.brandtnerhof.de/index.asp

 

Schönau am Königssee – Salzburg
9.6.2018 km 35 km

 

7 Uhr Frühstück, wir haben Karten für die Schifffahrt am Königssee mittels Elektroboot. Dazu gibt es einen humorigen bayrischen Vortrag und auch die Präsentation des Echos eines Blasinstrumentes, deshalb muss der Kapitän auch kurz das Steuer übergeben. Wir treffen in St. Bartholomä und in Salet ein. Besuch einer kleinen Gastwirtshaft und ein Teil der Gruppe wandert auch zum Obersee. Es gibt frische Milchprodukte wie Käse und Butter.

Um 13 Uhr Aufbruch, es geht den Mozartradweg entlang, wir überqueren die Grenze nach Österreich und machen Mittagspause in St.Leonhard. Diese Pause nützen wir auch für Onlinegeschäfte (Zugkartenbesorgung). Danach ist es nicht mehr weit nach Salzburg, Quartier im Kolping Haus. Schlusspunkt der Reise ist ein Abendessen im Augustinerbräu, der Garten ist bummvoll, innen finden wir einen großen Tisch und es ist von der Temperatur her angenehmer als draussen. Laut Homepage ein Ort der Begegnung- das ist untertrieben!

https://www.augustinerbier.at/

Am darauffolgenden Tag Sonntag, 10.6. 2018, machen sich in Gruppen alle Radlerinnen und Radler per Bahn auf den Heimweg. Einige haben schon am Tag davor via Internet gebucht und nach längerem Studium bzw. Telefonkonferenz mit zu Hause finden sich auch die Besitzer neuer Handys damit zurecht.

2 Teilnehmer versorgen auch noch knapp vor Abfahrt Ihres Zuges eine verunglückte Radfahrerin, die mit dem Rad-Gepäckstück hängengeblieben war und sich an der Schulter verletzte und der dazugehörende Begleiter offensichtlich nicht in der Lage war, die Verunfallte zu versorgen.

Conclusio:

  1.  von größeren Defekten verschont geblieben, erfreulich
  2.  in touristischen Zentren hat Frühstück eindeutig Verbesserungspotenzial
  3.  mehrere Trackanwender:
    a.)  Voraussetzung für Flexibilität und Gruppenteilung, mit Live-Sharing/ Multitrack sehen sich die Anwender gegenseitig am Display
    b.)  es können variable Geschwindigkeiten eingegangen werden, manche fahren z.B. bergauf lieber mit etwas „Schwung“ als zurückschalten, um auf gerader Spur zu bleiben
  4. schöne Tour, eher für Trekking Räder; die Tour erfordert Kondition und bietet viel Natur

Die Tour hat Spaß gemacht, und die Leistung der Radlerinnen und Radler war einfach großartig. Es soll ja bereits neue Pläne für die nächsten Touren geben, mehr auf

http://www.pedaltreter.at/category/demnaechst/