Von den Alpen an die Drau: ( ca. 250km Alpenkulisse )
Unsere erlebnisreiche Radreise von Innsbruck bis nach Kärnten. Eine Radreise ist immer ein Abenteuer – erst recht, wenn sie einen über die Alpen, durch malerische Täler in Südtirol, hinauf zu majestätischen Gletschern und entlang herrlicher Flussradwege führt. Kommen Sie mit auf unsere Mehrtagestour voller landschaftlicher Höhepunkte, kulinarischer Genüsse und kleinerer und größerer Wetterkapriolen!

Tag 1:
Komfortable Anreise & Kultur-Auftakt in Innsbruck
Komfortable Anreise & Kultur-Auftakt in Innsbruck
Unsere Radreise startete denkbar entspannt. Mit den Fahrrädern im Gepäck ging es zuerst nach Bruck an der Leitha und von dort mit der Bahn zum Wiener Hauptbahnhof. Die ÖBB brachte uns anschließend direkt und komfortabel nach Innsbruck.
Unser Basecamp für die erste Nacht, das Austria Trend Hotel, lag ideal nahe der Innenstadt. Nach dem Check-in hielt uns nichts mehr in den Zimmern: Bei einem gemütlichen Spaziergang durch den grünen Hofgarten steuerten wir direkt die historische Altstadt an. Neben dem weltberühmten Goldenen Dachl durfte natürlich auch der Genuss nicht zu kurz kommen. Unser kulinarischer Einstand in Tirol? Das legendäre Eis vom Tomaselli und eine herrlich deftige Tiroler Gerstlsuppe. Ein perfekter Start!

Tag 2:
Grenzüberschreitung mit internationalem Flair und Südtiroler Genuss
Grenzüberschreitung mit internationalem Flair und Südtiroler Genuss
- Highlight: Fahrt ohne Gepäck (Dank Shuttle-Service)
Der Tag begann pünktlich: Unser Shuttle stand vor der Tür und brachte uns samt Rädern hinauf auf den Brennerpass. Die Fahrt nach oben war alles andere als langweilig, denn wir teilten uns den Transport mit zwei sympathischen Urlaubern aus Québec, Kanada. Trotz kleinerer englischer Sprachbarrieren hatten wir durch die aktuelle politische Situation zwischen den USA und Kanada mehr als genug Gesprächsstoff!
Oben angekommen, hieß es: Auf die Sättel und rollen lassen! Da unser Gepäck separat transportiert wurde, ging es federleicht und mit besten Wegen bergab durch die wunderschöne Landschaft Südtirols. Unser Tagesziel war der Lodenwirt in Mühldorf/Vintl. Dass wir uns nun in Italien befanden, merkten wir spätestens bei der Getränkebestellung: Wer hier einen klassischen österreichischen „Sommerspritzer“ bestellt, muss mit Überraschungen rechnen – statt einer leichten Schorle bekamen wir kurzerhand einen halben Liter Wein serviert. Ein herrlicher und feuchtfröhlicher Ausklang eines tollen Radtags!

Tag 3:
Baustellen-Abenteuer und gemütliche Hüttenatmosphäre in Sillian
Baustellen-Abenteuer und gemütliche Hüttenatmosphäre in Sillian
Ab Mühldorf/Vintl änderte sich das Streckenprofil: Das dauerhafte Bergab-Rollen war vorbei, der Weg wurde merklich anspruchsvoller. Kurz vor Bruneck forderte uns zudem eine Baustelle heraus, die unsere Gruppe kurzzeitig trennte. Doch bei der Autobahn-Raststätte „Lanz“ nach Bruneck fanden wir glücklich wieder zusammen. Zeit für eine wohlverdiente Rast und ein eiskaltes Radler gegen den Durst!
Weiter ging es flussaufwärts Richtung Sillian zum Gasthof Sprenger. Erst kurz vor dem Ziel überquerten wir die Grenze und kehrten zurück nach Österreich. Im Gasthof wurden wir mit exzellenter Hausmannskost verwöhnt. Wir genossen den Abend zunächst auf der gemütlichen Terrasse, bis uns ein plötzlicher Regenschauer in die Diele zwang. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch – in aller Ruhe ließ ich den Tag bei einem guten Glas Wein Revue passieren.

Tag 4:
Der Drauradweg im Sonnenschein & Flucht vor dem Gewitter
Der Drauradweg im Sonnenschein & Flucht vor dem Gewitter
Der Morgen begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein. Auf dem wunderschönen und durchgehend perfekt beschilderten Drauradweg rollten wir gemütlich und fast nur bergab bis nach Lienz. Da wir dort noch reichlich Zeit bis zur Abfahrt unseres Shuttlebusses hatten, nutzten wir die Gelegenheit für einen kleinen Einkaufsbummel im Sportgeschäft (inklusive erfolgreichem Hosenkauf!) und überbrückten die restliche Wartezeit im klimatisierten McCafé gegenüber vom Bahnhof.
Gerade noch rechtzeitig, denn plötzlich zog der Himmel bedrohlich zu. Mit den Rädern flüchteten wir unter das schützende Vordach des Bahnhofs, wo sich bereits eine große Gruppe anderer Radler versammelt hatte. Kurz darauf ging die Welt unter: Ein heftiger Platzregen mit Blitz und Donner fegte über Lienz hinweg. Punktlandung! Unser Shuttle-Fahrer, Herr Bär von Inntour, holte uns schließlich ab und brachte uns sicher über den Iselberg nach Heiligenblut, wo wir in der gemütlichen Pension Lagler für zwei Nächte eincheckten. Nach einer riesigen Pizza, einem Abendspaziergang zur berühmten Kirche und dem Friedhof tranken wir mit der herzlichen Pensionswirtin noch ein Glas Prosecco und holten uns die besten Insider-Tipps für den nächsten Tag.

Tag 5:
König Großglockner und das Haus der Steinböcke
König Großglockner und das Haus der Steinböcke
- Wetter-Check: 7 Grad, windig, bewölkt – aber fantastisch!
Heute blieben die Fahrräder stehen. Um 10:00 Uhr brachte uns der Bus über die imposante Großglockner-Hochalpenstraße hinauf zur Franz-Josefs-Höhe. Auf über 2.300 Metern erwarteten uns herbe 7 Grad und ein eisiger Wind. Das hielt uns aber nicht von ausgiebigen Fotostopps ab. Im dortigen Besucherzentrum tauchten wir auf drei Etagen in die vielseitigen Ausstellungen ein (von alten Vespas und Porsches über alpine Geschichte bis hin zu Sepp Forcher).
Als sich schließlich die Sonne durchkämpfte, wanderten wir zum Aussichtsturm und stärkten uns im Panoramarestaurant. Zurück in Heiligenblut statteten wir dem modernen Haus der Steinböcke einen Besuch ab. Den erlebnisreichen Tag ließen wir ganz entspannt bei einer Jause und einer Flasche Prosecco auf unserem Balkon ausklingen.

Tag 6:
Ab jetzt mit Gepäck, K.I.T.T. und ein buntes Dorffest
Ab jetzt mit Gepäck, K.I.T.T. und ein buntes Dorffest
Ab Lienz hieß es: Eigenregie! Unser Gepäckservice war beendet, ab jetzt wurde das Gepäck wieder selbst auf den Rädern transportiert. Auf dem super beschilderten Radweg rollten wir größtenteils bergab in Richtung Obervellach. Beim Raggaschluchtwirt legten wir eine Pause ein. Die Idee, die berühmte Raggaschlucht zu durchwandern, mussten wir jedoch schnell verwerfen: Unser Fahrrad-Schuhwerk war ungeeignet und die zweistündige Wanderung hätte zu viel Zeit gekostet. Da zudem Gewitter vorhergesagt waren, fuhren wir direkt weiter zu unserem Quartier, dem Landhotel Pacher.
Dort erwartete uns eine Überraschung: Auf dem Dorfplatz direkt vor dem Hotel herrschte reges Treiben. Zahlreiche Damen in elegantem Weiß bauten ein großes Dorffest auf. Nach einem hervorragenden 3-Gänge-Abendessen im Hotel mischten wir uns unter die Feiernden. Das absolute Highlight des Abends? Ein originalgetreuer K.I.T.T. aus der Kultserie Knight Rider stand für ein Fotoshooting bereit! Bei tollen Tanzeinlagen der Damen, Musik vom DJ und einem erfrischenden Hugo im romantischen Innenhof des Oberstbergmeisteramtes erlebten wir einen unvergesslichen Abend.

Tag 7:
Flexibilität wegen Unwetter & Wasserspiele in Villach
Flexibilität wegen Unwetter & Wasserspiele in Villach
- Tour-Anpassung: Wegen heftiger Gewitterprognosen ab Spittal auf die Bahn umgestiegen.
Der Blick auf den Wetterbericht am Morgen verhieß nichts Gutes: Starke Gewitter waren für den Tag angekündigt. Nach den ersten 20 Kilometern im Sattel hielten wir bereits nach Bahnhöfen Ausschau. Der Bahnhof in Möllbrücke lag uns zu weit abseits, also trotzten wir der schwülen Hitze, blieben auf dem Radweg und stiegen schließlich in Spittal an der Drau in den Zug nach Villach. Das Buchen der Bahntickets entwickelte sich auf meinem Smartphone zu einem echten Nervenkrimi – am Ende rettete mich Irmgard, die kurzerhand ein zweites Ticket für mich buchte!
In Villach angekommen, wartete die nächste Challenge: Wegen Bauarbeiten gab es am Bahnsteig keinen Lift. Also hieß es: Zähne zusammenbeißen und die schweren Räder mitsamt Gepäck über eine umständliche Behelfskonstruktion die Treppen hinunterschieben.
Unsere Unterkunft, das Hotel VoCo direkt an der Draubrücke und nahe dem Bahnhof, entschädigte uns sofort – ein wirklich tolles, großes Haus! Zur Stärkung ging es ins Villacher Brauhaus für ein kühles Hausbier, Bierspätzle und deftiges Gulasch. Ein anschließendes Eis vom Italiener und ein Limoncellospritz in der Fußgängerzone machten das Urlaubsfeeling perfekt. Um unser tägliches Schrittziel zu erreichen (und die Spusu-Minuten vollzumachen), unternahmen wir noch einen langen Spaziergang durch die wunderschöne Altstadt. Um 21:30 Uhr wurden wir an den Drauterrassen mit einer spektakulären, musikunterlegten Wasser- und Lichtshow überrascht. Dort trafen wir zufällig auch noch Familie Brandl, mit der wir den wunderschönen Abend feuchtfröhlich ausklingen ließen.

Fazit unserer Reise
Diese Radreise hatte einfach alles: spektakuläre Alpenpässe, das Gefühl von Freiheit beim Dahinrollen ohne Gepäck, gemütliche Hüttenabende, unerwartete Dorffeste und die nötige Flexibilität, wenn das Wetter mal nicht mitspielt. Die Strecke entlang der Drau ist eine absolute Empfehlung für jeden Radbegeisterten!

